Die Laserverfahren unterscheiden sich durch die verwendete Wellenlänge und die verwendete Glasfaser. Frontal abstrahlende bare fiber-Systeme sollten für Stammveneninsuffizienzen nicht mehr verwendet werden, da die Glasfaser bei gekrümmtem Venenverlauf nicht im Zentrum des Venenlumens liegt, sondern der Venenwand anliegt und Löcher in diese schießt, was zu postoperativen Blutergüssen führt. Systeme mit radiär abstrahlenden Fasern haben diese Nebenwirkung nicht.
Auch die Wellenlänge des Lasers beeinflusst das Nebenwirkungsprofil. Das Licht des 840 nm Lasers wird von Hämoglobin resorbiert. Dabei entstehen Temperaturen von 1000 Grad. Das führt zu Karbonisierung der Venenwand und Perforationen mit Ausbildung von Blutergüssen. Auch die benachbarten Nerven können thermisch geschädigt werden.
Der 1470 und 1940 nm Laser wird von Wasser resorbiert. Die dabei auftretenden Temperaturen sind wesentlich niedriger und verursachen lediglich eine Venenschrumpfung, die umliegenden Strukturen werden geschont.
Die Effektivität dieser Radiallaser und der bipolaren Radiofrequenzablation sind identisch, das Handling des Lasers wegen der vorgeschriebenen Laserschutzmaßnahmen etwas aufwendiger.
Der 1940 nm Laser hat bei niedriger Energie eine geringe Eindringtiefe und ist deshalb so schonend und schmerzarm, daß er von vielen Patienten ohne Lokalanästhesie toleriert wird.
Mit dem Radiallaser läßt sich die Energieapplikation millimetergenau platzieren, so dass eine der offenen Crossektomie vergleichbare Lasercrossektomie mit Verschluß aller Seitenäste möglich ist. Die Vena saphena anterior wird immer zusätzlich zur Vena saphena magna punktiert und gelasert, andere Seitenäste wenn sie so groß sind, daß sie katheterisiert werden können.