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Laserbehandlung von Krampfadern

Endovenöse Lasertherapie (EVLT) mit dem 1940-nm-Radiallaser: Die Krampfader wird ambulant unter Ultraschallkontrolle von innen verschlossen – ohne Schnitte, ohne Narben, meist ohne Ausfallzeit.

Lesezeit ca. 5 Minuten

Ablauf der Behandlung

Die Behandlung erfolgt ambulant in der Praxis. Unter Ultraschallkontrolle wird die erkrankte Vene in örtlicher Betäubung punktiert und eine dünne Laserfaser bis zur Mündung in die tiefe Vene vorgeschoben. Beim Zurückziehen erhitzt das Laserlicht die Venenwand, die Vene schrumpft und verschließt sich. Auf dem Ultraschallbild ist jederzeit zu sehen, welche Vene behandelt wird und ob sie am Ende verschlossen ist.

Es entstehen keine Schnitte und keine Narben. Im Anschluss sind Sie wieder voll einsatzfähig; empfohlen wird, eine Woche lang einen Kompressionsstrumpf zu tragen. Weil keine Narben vor der Sonne geschützt werden müssen, ist die Behandlung das ganze Jahr über möglich.

Die anderen Verfahren und ihre Unterschiede finden Sie unter Behandlung von Krampfadern.

So wirkt der Radiallaser

Die Laserverfahren unterscheiden sich durch die verwendete Wellenlänge und die verwendete Glasfaser. Frontal abstrahlende bare fiber-Systeme sollten für Stammveneninsuffizienzen nicht mehr verwendet werden, da die Glasfaser bei gekrümmtem Venenverlauf nicht im Zentrum des Venenlumens liegt, sondern der Venenwand anliegt und Löcher in diese schießt, was zu postoperativen Blutergüssen führt. Systeme mit radiär abstrahlenden Fasern haben diese Nebenwirkung nicht.

Auch die Wellenlänge des Lasers beeinflusst das Nebenwirkungsprofil. Das Licht des 840 nm Lasers wird von Hämoglobin resorbiert. Dabei entstehen Temperaturen von 1000 Grad. Das führt zu Karbonisierung der Venenwand und Perforationen mit Ausbildung von Blutergüssen. Auch die benachbarten Nerven können thermisch geschädigt werden.

Der 1470 und 1940 nm Laser wird von Wasser resorbiert. Die dabei auftretenden Temperaturen sind wesentlich niedriger und verursachen lediglich eine Venenschrumpfung, die umliegenden Strukturen werden geschont.

Die Effektivität dieser Radiallaser und der bipolaren Radiofrequenzablation sind identisch, das Handling des Lasers wegen der vorgeschriebenen Laserschutzmaßnahmen etwas aufwendiger.

Der 1940 nm Laser hat bei niedriger Energie eine geringe Eindringtiefe und ist deshalb so schonend und schmerzarm, daß er von vielen Patienten ohne Lokalanästhesie toleriert wird.

Mit dem Radiallaser läßt sich die Energieapplikation millimetergenau platzieren, so dass eine der offenen Crossektomie vergleichbare Lasercrossektomie mit Verschluß aller Seitenäste möglich ist. Die Vena saphena anterior wird immer zusätzlich zur Vena saphena magna punktiert und gelasert, andere Seitenäste wenn sie so groß sind, daß sie katheterisiert werden können.

Krampfaderbehandlung to go mit 1940 nm Radiallaser

Behandlungsbeispiele

Die 87-jährige multimorbide Patientin hat seit 10 Jahren infolge einer Varikosis offene Beine, die nie abgeheilt sind, obwohl sie alles über sich hat ergehen lassen, was gut und teuer in der Wundbehandlung ist.
Ausgehend von den Ulcera hatte sie mehrfach einen Rotlauf und dadurch zusätzlich zur venösen Insuffizienz auch ein Lymphödem beidseits.
Ihre Hausärztin hat sie dreimal an eine Gefäßambulanz überwiesen mit der Bitte um Sanierung der für die Ulcera ursächlichen Varizen. Dreimal wurde sie abgewiesen. Für eine Operation sei sie viel zu alt und zu krank, außerdem könne an den infizierten Beinen eh nicht operiert werden, erst müssen die Ulzera abgeheilt sein.
Seit 3 Jahren ist sie im Pflegeheim und wird durch eine spezialisierte Wundambulanz betreut. Dennoch wurde der Befund immer schlimmer und sie entwickelte Kontaktallergien gegen die im Leistungskatalog der ÖGK gelisteten Verbandsstoffe. Da die Schwestern nicht mehr wußten, wie sie die Ulcera verbinden sollten, baten sie mich um Hilfe.

Wir haben die Ulcera mit dem nicht gelisteten UrgoStart Plus verbunden, die Beine mit dreimal täglich 30 min IPK entstaut, dann die insuffiziente Vena saphena magna beidseits mit dem 1940 nm Radiallaser simLa® 6 (iMS GmbH medizinische Laser Tutzing) mit Radialsonde REF 600 (Oberon Fiber Technologies Berlin) verschlossen. Für die Tumeszenzanästhesie wurden pro Bein lediglich 10 ml Xylocain 1% benötigt. Danach sind die Ulzera abgeheilt.

Dieser Patient hat nach einer Bagatellverletzung ein Ulcus im Bereich der rechten Achillessehne bekommen. Während 3 Monaten Behandlung in einer Krankenhausambulanz wurde das Ulcus ständig größer und schmerzhafter. Jede Woche wurde er von einem anderen Arzt gesehen, der immer ratloser als der Vorgänger war wegen des ständig größer werdenden Ulcus. Als man ihm mitteilte, dass eine Becken/Bein-Angiographie gemacht werden müsse, um eine arterielle Durchblutungsstörung auszuschliessen, bat er bei uns um eine Zweitmeinung.
Befund: 62-jähriger Mann mit morbider Adipositas WHO Grad III (BMI 43) mit Beeinträchtigung der Atemfunktion (Pickwick-Symdrom). Bauchumfang 145 cm, Sauerstoffsättigung im Stehen 89%, im Liegen 80%.
Beide Beine massiv geschwollen, rechts mehr mit Umfangsdifferenz von 5 cm. Braune Pigmentierung beider Unterschenkel. 3x4 cm großes, nekrotisch belegtes Ulcus über der rechten Achillessehne mit 4 cm breiter Umgebungsrötung und Erwärmung. Fußpulse alle kräftig tastbar. Im Labor Leukozytose, CRP-Erhöhung, Hyperlipidämie und dem Patienten bislang nicht bekannter Diabetes.
Sonographisch Vena saphena magna rechts auf 10 mm erweitert und bis zum Sprunggelenk refluxiv. Linke Vena saphena magna nach Aortemklappenersatz und aortokoronarem Bypass entfernt. Vena saphena parva rechts auf 15 mm erweitert und bis zum Fuß refluxiv, linke Vena saphena parva 10 mm weit und refluxiv.
Wir haben das Ulcus scharf debridiert, mit einem Schaumstoffverband versorgt sowie einen 2-lagigen Kompressionsverband Urgo K2 angelegt. Nach Eingang des bakteriologischen Befundes (E. Coli) antibiotische Behandlung mit Ciproxin über 10 Tage. Am 8. Tag der antibiotischen Behandlung erfolgte die endovenöse Laserablation der Vena saphena magna rechts und der Vena saphena parva beidseits mit 1940 nm Radiallaser.
4 Wochen postoperativ ist das Ulcus abgeheilt.

Häufige Fragen zur Laserbehandlung

Der 1940-nm-Radiallaser arbeitet mit niedriger Energie und geringer Eindringtiefe. Die Behandlung ist dadurch so schonend und schmerzarm, dass viele Patienten sie ohne örtliche Betäubung vertragen.

Sofort. Die Behandlung erfolgt ambulant, im Anschluss sind Sie wieder voll einsatzfähig.

Empfohlen wird ein Kompressionsstrumpf für eine Woche, besonders wenn in derselben Sitzung Seitenäste verödet wurden.

Ja. Es entstehen keine Narben, die vor Sonnenlicht geschützt werden müssen, deshalb ist die Behandlung das ganze Jahr über möglich.

Der Radiallaser strahlt das Licht ringförmig ab, und seine Wellenlänge wird vom Wasser in der Venenwand aufgenommen. Die Temperaturen bleiben niedrig, die Vene schrumpft, umliegendes Gewebe und Nerven werden geschont. Ältere Laser mit 840 nm und frontal abstrahlender Faser erreichen bis zu 1000 Grad und verursachen häufiger Blutergüsse.